Wiener Staatsballett. Erste Solotänzerin: Liudmila Konovalova / 2013-05-20

Wiener Staatsballett. Erste Solotänzerin: Liudmila Konovalova

Stupende Technik, gepaart mit der Grandeur einer klassischen Ballerina, sind auf den ersten Blick die besonderen Vorzüge von Liudmila Konovalova, der nach der Nurejew Gala 2011 am Ende der vergangenen Spielzeit von Manuel Legris der Titel “Erste Solotänzerin” zuerkannt wurde.

Lässt man aber die in Wien getanzten Rollen der im September 2010 an das Wiener Staatsballett engagierten Moskauerin Revue passieren, so zeigt sich, dass sie in einem stilistisch viel breiter gefächerten Repertoire als dem der rein klassischen Ballerina zu glänzen weiss. Der Bogen spannt sich von der romantischen Heroine in Giselle über die alle Register der Virtuosität ziehende Kitri/Dulcinea und die hoheitsvolle Königin der Dryaden in Don Quixote, die jugendlich-dramatische Olga in Crankos Onegin, die Balanchine-Ballerina in Thema und Variationen, die romantisch gefärbte Robbins-Interpretin In the Night, die Klassik und Moderne in sich vereinende Tänzerin in Tharps Variationen über ein Thema von Haydn bis zur Ballerina der Jetztzeit in Forsythes The Vertiginous Thrill of Exactitude oder die ein zeitgenössisches Bewegungsvokabular Ausführende in Bubeniceks Le Souffle de l’esprit. . Der Weg nach Wien führte die an der Staatlichen Moskauer Ballettakademie ausgebildete Ballerina zunächst an das Russische Staatsballett, in dem sie Hauptpartien des klassischen Repertoires tanzte. 2007 wurde sie an das Staatsballett Berlin verpflichtet, wo sie unter anderem in Malakhovs Dornröschen, Cinderella und La Péri, in Patrice Barts Giselle, Schwanensee, Der Nussknacker und Das flammende Herz, in Ashtons Sylvia sowie in Glories of the Romantic Ballet auftrat.

Erste höchst erfolgreich verlaufene Kontakte zu Wien knüpfte sie 2007, als sie aus dem ÖTR-Contest als Siegerin hervorging. Weitere Preise erzielte sie bei “Junges Russisches Ballett” in Krasnodar, beim Serge-Lifar-Wettbewerb in Kiew, beim Wettbewerd KIBC in Seoul und beim Premio Roma. Von ihren zahlreichen Gastspielen sei hier nur jenes vom Juli 2011 nach Japan hervorgehoben, das sie im Gefolge von Manuel Legris absolvierte.